Es war mal wieder so weit: fast 300fache Laborbeagle-Power in der Reithalle Weslarn bei Bad Sassendorf, und ich, Asta, mittendrin. Abgesehen davon, dass das Leben wie fast immer furchtbar ungerecht speziell zu mir war und ich aufgrund meiner Beschilderung an diesem Tag fast verhungert wäre, hat's mir gut gefallen. Macht ja auch tierisch Spaß, den Zweibeinern den ganzen Tag beim Essen zuzusehen....

 

Sie haben gut lachen und wir gucken in die Röhre...typisch...

Da half auch kein Betteln und kein Bitten, kein noch so treuer Augenaufschlag: Der Sturm auf Reibekuchenstand und Kuchenbleche blieb uns verwehrt. Und wir dachten, wir wären hier bei Tierschützern und Tierfreunden!

Wir schickten unsere Ältesten vor - das musste doch wirken: Henri zum Beispiel. 13 Jahre alt und gerade mal ein paar Wochen aus dem Labor. Ein paar Fleischwurstringe oder ein halber Kuchen hätten ihm wahrscheinlich sehr beim Muskelaufbau geholfen!

Oder Lupa, die 17jährige Beagle-Dame (unten in der Mitte). Sie ist gerade mal 2 Jahre in Freiheit und hat 15 Jahre ohne Leckerchen nachzuholen! Und bestimmt hätte Lupas Freundin Ricki (links im Bild) mit ihrem Rekordalter von 18 Jahren auch nichts gegen ordentliche Seniorenkost einzuwenden gehabt. Und was sie nicht geschafft hätten, darüber hätte sich garantiert der Rest ihres Rudels gefreut. Tja, wie schon gesagt, HÄTTE...hat aber nicht.

 

Selbst unser jüngster Entlassener, der erst vor gut einer Woche sein Dasein als Ex-Laborant gegen die Welt draußen eingetauscht hat, konnte nichts ausrichten.

Himmel, wir sind doch keine Stoffhunde! Wir brauchen was zu beißen!

Ich griff zum letzten Strohhalm. Da war doch dieser Futterstand, hinten in der Halle. Liebe Mitbeagles, glaubt mir: Ich habe alles gegeben, meinen gesamten Charme spielen lassen. Die Herren waren zwar freundlich... aber gnadenlos.

Stunde um Stunde verging und wir wurden immer schwächer.

Kein Suchen half: Statt Fleischbrühe bloß Wasser in Näpfen und Bächen. Statt Leberwurst bloß Sand auf dem Boden.

Als einige von uns ausgezehrten Gestalten vor Hunger sogar umfielen...

oder anfingen, aus lauter Verzweifelung an Stöckchen zu kauen...

oder an den Beinen ganz schwarz wurden...

oder in Gräben eine Fata Morgana, bestehend aus saftigen Spanferkeln, entdeckten...

...beschlossen wir, dass es jetzt reicht. Schnell beriefen wir eine Konferenz ein. "Psst, kommt mal schnell. Gibt was zu besprechen".

Alle liefen herbei.

Und wir redeten und überlegten...

 

...und wir hatten eine Idee!

Wofür gibt's denn schließlich Enthüllungsjournalismus?! Schnell wurden zwei Kamera-Teams des WDR herbei geholt. Schließlich musste alles im Bild festgehalten werden.

Und dann die alles entscheidende Frage: "Frau Löhken - wo ist das Beagle-Buffet?"

        

Das war die Frage, auf die wir alle gewartet hatten. Es war ganz still in der Halle. Deshalb konnte jeder von uns plötzlich das Ploppen des Twist-Off-Deckels des Würstchen-Glases hören. Hurra! Auf Druck der Medien ist das Buffet eröffnet. Schnell nach draußen!

Na bitte geht doch. Und wie war das doch gleich: Zufriedene Minen danken es ihnen...

Noch viel mehr Würstchen wünscht sich - nicht nur zu tollen großen Laborbeagletreffen -

Eure Asta

 

© Christina Sondermann 2003
Kontakt: christina@laborbeagle.de