BEAUTY UND BABY: AUF DEN HUND GEKOMMEN!

von Angelika Linz

Dies ist unsere Geschichte, wie wir auf den Hund gekommen sind. Wir, das ist mein Mann Ralf (40 Jahre), mein Sohn Karsten (14 Jahre), meine Tochter Meike (12 Jahre) und ich, Angelika (41 Jahre).

  Ein Beagle soll es sein!

Eigentlich wollten die Kinder, wie eben alle Kinder, schon immer einen Hund haben. Da der Chef des Hauses aber eine wahnsinnige Angst vor Hunden hatte, welche auf ein traumatisches Erlebnis in seiner Kindheit zurück zu führen war, gab es darüber keinerlei Diskussionen. Da Bekannte von uns sich allerdings einen Beagle, Tracy, angeschafft hatten und wir uns des öfteren mit ihnen trafen, war die Angst meines Mannes verschwunden. Er war einfach nur noch verliebt in diese Hunderasse. Wir setzten uns mit der Rasse "Beagle" auseinander und stellten fest, dies wäre der ideale Hund, für uns und unsere Kinder. Stur, eigensinnig, schwer erziehbar, damit kannten wir uns aus. Nach eingehenden Informationen, schickten wir unsere Kinder in den Ferien in die Freizeit. Wir holten uns die Telefonnummer des Züchters aus Saarbrücken, wo Tracy auch her war, und machten einen Termin aus. Ob wir allerdings Glück hatten, ob Welpen da waren oder nicht, erfuhren wir am Telefon nicht.

  Nicht irgendeiner: Genau dieser! Beauty wird auserwählt

Total aufgeregt, traten wir sonntags die Fahrt nach Saarbrücken an. Dort angekommen, auf einem riesigen Freigelände, schön am Wald gelegen, rannte eine riesen Meute herum. Zuerst beguckten wir uns die vielen Beagle. Es war so ziemlich alles vertreten von 14 Jahren bis eben kleine Welpen von ca. 8 Wochen. Es war faszinierend. Wir entdeckten einen kleinen tricolor, der wohl etwas zu tollpatschig war, den Hügel hinaufzulaufen. Er hatte es uns angetan, und wir waren uns einig, wenn dieser Kleine frei wäre, der könnte es sein. Nun läuteten wir eben mal. Wir wurden ganz herzlich empfangen und bei Kaffee und Kuchen wurden wir auf Herz und Nieren geprüft. Es wurde nachgehakt, ob wir uns auch wirklich genug Gedanken gemacht hatten, da es eben doch ein absoluter Einschnitt ist, wenn man plötzlich auf den Hund kommt. Wir wussten immer noch nicht, ob überhaupt noch Welpen zur Vermittlung anstanden. Dann gingen wir zu den Hunden. Ich war auf die Reaktion meines Mannes gespannt. Würde er sich in die Höhle des Löwen hineinwagen???? Kein Problem. Wir wurden von allen Seiten bestürmt und jeder wollte gestreichelt werden. Es war gigantisch. Kein Brummen, kein Knurren, einfach beaglig. Die Welpen waren ganz verrückt, bis auf den kleinen schwarzen Racker, der sich lieber in ein Erdloch in die Sonne legte und dem wir so ziemlich egal waren. Das war der kleine Tollpatsch. Nachdem wir dann endlich herausfanden, wir hatten Glück, dieser Kleine war noch zu vermitteln. Die Freude war groß. Nun war es daran, diesen Hund möchten wir haben. Wir sollten nach Hause fahren, uns alles noch mal ganz genau überlegen, und uns am nächsten Tag noch mal melden.

  Das große Beagle-Geheimnis

Eigentlich brauchten wir nicht mehr überlegen. Wir hatten ja schon so lange überlegt. Aber die Züchter wollten sich das ja auch überlegen, ob wir als geeignet gelten. Außerdem hatten wir nun noch das Problem, dass wir nach 5 Jahren das erste mal Urlaub gebucht hatten. Eigentlich wären wir nun gerne zu Hause geblieben, aber die Kinder freuten sich schon drauf. Nun, das sollte kein Problem sein, da der Züchter sowieso die ganze Familie kennen lernen wollte und die Kleine solange noch dort bleiben konnte. Also total aufgeregt nach Hause. Nur keinen Fehler machen und den Kindern verraten, was wir in ihrer Abwesenheit getan hatten, da wir sonst ja keine Ruhe mehr gehabt hätten. Am nächsten Tag rief ich natürlich sofort an und wir wurden auch von dem Züchter als geeignet empfunden. Nun ging die Warterei los. Noch 4 Wochen, bis wir endlich unsere Beauty abholen konnten. Die Sofortbilder und alles Beaglige verstecken, damit die Kinder nach ihrer Freizeitrückkehr ja nichts merkten. Dann der Urlaub.

  Die Überraschung ist perfekt: Beauty wird abgeholt

Am 1. auf den 2. September kamen wir nachts um 1.00 Uhr am Flughafen an und am nächsten Tag war die Fahrt nach Saarbrücken geplant. Ein Familienausflug zum Wandern, als Abschluss des Urlaubs von Papa, wurde den Kindern erklärt. Die maulten natürlich fürchterlich, da sie nun endlich wieder ihre Freunde treffen wollten. Wir kannten aber kein Erbarmen. Wir saßen im Auto und es schüttete wie aus Kübeln. Eine Wanderung im strömenden Regen. Die Begeisterung war perfekt. Wir ließen uns die Laune allerdings nicht verderben. Endlich angekommen, fuhren wir ganz langsam am Freigehege vor, meine Tochter sofort, oh Papa, halt an da sind ja ganz viele Beagle. Mein Mann, ganz cool, ach was, du weißt ich habe Angst vor Hunden. Natürlich hielt er trotzdem und sofort kamen alle an den Zaun. Auf Betteln stieg Papa auch aus. Die Hunde kamen alle heran und ich freute mich über Sascha, Sonja usw. Mein Sohn schaute schon komisch. Dann kamen die Züchter heraus, begrüßten uns "Hallo Familie Linz, wie war der Urlaub?" Ein absolutes Stirnrunzeln bei meinem Sohn und absolut skeptischer Blick, nach dem Motto "Was geht hier ab?" Dann kam Beauty gewackelt und ich natürlich sofort "Hallo Beauty, wo ist denn meine Süße." Meine Tochter: "Oh Mama ist die süß, ich will auch so einen." Mama ganz cool: "Die nehmen wir ja auch mit!" Es war ein Bild für die Götter. Kinder können schon manchmal sehr ungläubig schauen, aber so ungläubig habe ich sie noch nie gesehen. Es war einfach nur köstlich. Die Zeit des Versteck spielen war vorbei. Gott sei Dank. Die mitgebrachte Decke wurde im Wohnzimmer ausgebreitet und die Hunde durften alle draufliegen, damit der Geruch des Gewohnten eben mit nach Eggenstein genommen wurde. Beauty hat die Autofahrt dann tadellos überstanden. Sie schlief die ganze Fahrt über.

  Beauty erobert das neue Zuhause...

Zu Hause angekommen, es regnete schon wieder in Strömen, durfte Papa den ersten Gang mit Hund machen. Er lief im strömenden Regen auf der uns gegenüber liegenden Wiese hin und her. Ich habe mich köstlich amüsiert, Beauty machte nämlich keine Anstalten, ein Pippi zu machen. Sie tropfte zwar, allerdings von oben. Irgendwann kamen sie herein und in der Werkstatt meines Mannes war es schön warm, und dort ging das viel besser. Nun was soll’s, Plattenboden, einen Eimer mit Wasser und gut war es. Natürlich noch die Sprühflasche, damit der Geruch überdeckt wurde, was man eben so im Haus haben muss, wenn man sich einen Hund zulegt, und gut. Sobald das Schnuffeln losging, Halsband an, Leine und raus. In der ersten Zeit war mein Mann mehr damit beschäftigt, Gassi zu gehen, als zu arbeiten. Die beiden verbrachten draußen Stunden.

 

  ...und das Schlafzimmer auch!

Als nach 14 Tagen endlich der Zaun fertig war, ging es einfacher, zumindest am Tag. Nachts lief eigentlich die ersten Tage alles super. Beauty verhielt sich ruhig und schlief in ihrem Körbchen im Esszimmer. Allerdings war morgens ab und zu eben die Bescherung zu sehen. Kommentarlos weggemacht und die Frage "warum"? Jeden Abend wurde sie noch mal zwischen 23.30 und 24.00 Uhr rausgebracht. Nach Rücksprache mit erfahrenen Leuten wurde uns gesagt, Beauty müsse nachts eben angebunden werden, damit sie nicht aus dem Körbchen kann und somit der Darm nicht angeregt wird, und ins Körbchen macht sie nicht. Das leuchtete uns ein. Es klappte. Nur, jetzt wollte sie natürlich nicht mehr alleine bleiben. Mama ins Bett, Hund musste weinen. Mama kam, beruhigte, Hund war ruhig. Mama ging ins Bett, Hund weinte. Es war wie eine Nachtwanderung. Also, okay, Mama legte ein T-Shirt von sich in den Korb, natürlich ein Getragenes. Es war in Ordnung für einige Zeit. Aber irgendwann, merkte Beauty, halt mal, die verar...t mich. Nun, da Papa ja schließlich keinen Hund im Schlafzimmer wollte, machte Mama die Wanderungen. Die Härte des Mannes meinte dann irgendwann, die Kleine soll eben mal ein bisschen weinen, wenn niemand kommt, wird sie schon aufgeben. Mama blutete das Herz. Eines Abends kam unser Sohn so gegen 23.15 Uhr noch mal aus seinem Zimmer mit ganz dollen Zahnschmerzen. Er hielt es nicht mehr aus, schlug fast mit dem Kopf gegen die Wand. Also probierten wir es mit Aspirin. Die musste wirken. In der Zeit ging Beauty noch mal mit mir Gassi. Danach war sie allerdings immer noch so für 20 Minuten richtig fit. Das Zahnweh wurde nicht besser. Also, was nun, Zahnklinik. Aber was mit der kleinen Maus, die ja nun eigentlich nicht alleine bleiben wollte. Ich sagte Papa Bescheid, dass Zahnklinik angesagt ist und Beauty noch nicht schlafen wollte. Wir hatten es geschafft. Das Körbchen sollte nun neben das Bett von Papa gestellt werden, damit die Kleine nicht alleine war. Siehe da, es war super. Sie kuschelte sich sofort ein und machte keinen Mucks. Als wir zurück kamen, schlief alles ganz friedlich. Von dem Tag an hatte es Beauty geschafft. Sie durfte bei uns im Schlafzimmer liegen, ging immer brav mit Papa zu Bett. Inzwischen hat sie noch mehr geschafft, sie schleicht sich nachts über die Beine ins Bett, und man merkt die 12,5 Kilo überhaupt nicht. 

  Beauty ebnet den Weg für Baby

Da Beauty schon immer ein ganz lieber Geselle war und sich über jeden Hund freute, der uns begegnete oder zu Besuch kam und immer ganz doll spielte und danach auch dementsprechend müde war, kam eben immer öfter der Gedanke auf, wie schön es wäre, wenn Beauty nicht als "Einzelkind" aufwachsen würde. Da ich mich immer wieder im Internet auf den Beagleseiten auch über die Versuchstiere informierte, was mir natürlich ein absoluter Dorn im Auge war und ich diese Menschen hasse, die mit solch süßen Geschöpfen Böses tun, dachte ich eben immer mehr, dass es doch schön wäre, einem solchen kleinen Geschöpf ein tolles Zuhause zu geben. Immer wieder erzählte ich von diesen armen Geschöpfen. Da wir nun ja etwas Hundeerfahrung gesammelt hatten, und auch durch die vielen Informationen, die ich nun schon über Laborbeagle hatte, habe ich mir einfach in den Kopf gesetzt, kein Beagle vom Züchter, ein Laborbeagle.

 

  Der zweite Beagle wird ein Laborbeagle!

Mein Mann war da noch immer etwas skeptisch. Nachdem wir auf dem großen Laborbeagle-Treffen in Bad Sassendorf allerdings wirklich dann ganz, ganz viele Beagle (über 100 Stück) erlebten, und sahen, dass der Beagle wirklich so umgänglich ist, man jeden Hund streicheln konnte ohne Bisswunden davon zu tragen, wurde uns klar, dass es das Wesen dieser Rasse ist. Bekannte, die ihren Beagle aus Ungarn mitgebracht hatten, waren ebenfalls mit uns auf dem Beagletreffen und auch sie hätten gerne noch einen zweiten Beagle, aber leider fehlt der Platz. Da meinte mein Mann, wenn, dann holen wir uns so einen kleinen Laborbeagle. Das war für mich das Freizeichen.

  Die Vorbereitungen

Gleich am nächsten Tag ging ich auf die suche im Internet. Irgendwann landete ich auf der Homepage vom Tierheim-Wermelskirchen. Siehe da, die hatten gerade kleine Laborbeagle bekommen. 6 Monate bis 3 Jahre alt sollten die Beagles sein. Wir wollten einen jungen Beagle, damit Beauty, die ja auch erst 13 Monate alt war, eben ihren Platz als die Große behielt, und ich dachte, dass die Eingewöhnung für beide einfacher sein würde. Ich rief in Wermelskirchen an und fragte nach, ob sie tatsächlich auch noch junge Labortiere hätten. Dies wurde mir bejaht und ich unterhielt mich recht lange mir der Dame am Telefon. Ich durfte gleich mal die Fragen beantworten, die so für eine Adoption gestellt werden. Dann wurde mir gesagt, dass mich die Vorsitzende wohl zurückrufen würde, damit sie eben auch nochmals die ganze Angelegenheit mit mir besprechen könnte und dann entschieden würde, ob wir geeignet wären, einen Laborbeagle zu adoptieren. Am Samstag rief die Vorsitzende bei mir an und wir unterhielten uns ganz nett miteinander. Am Ende des Telefonats wurden wir als geeignet eingestuft. Wir machten einen Termin auf eine Woche später aus, da ja keine Ferien waren und wir immerhin fast 400 Kilometer vor uns hatten und die Kinder mitkommen sollten, damit sie uns alle kennenlernen konnte.

 

  Babys Adoption - vom Tierheim Wermelskirchen nach Eggenstein

Am 30.6.01 fuhren wir morgens um 7.00 Uhr Richtung Wermelskirchen. Das Tierheim machte um 11.00 Uhr auf da wollten wir schließlich pünktlich sein. Wir waren alle ganz aufgeregt. Beauty saß während der Autofahrt die ganze Zeit auf meinem Schoss und wusste ja nicht, was sie erwartete. Im Tierheim angekommen, wurden wir zu den Beaglezwingern gebracht. Unsere Beauty wollte nicht in das Tierheim hinein und als sie mein Mann auf den Arm nahm, kroch sie ihm bald ins Hemd. Am Zwinger kamen gleich 8 oder 9 Beagles herangelaufen und schleckten uns die Finger. Sie waren alle so um die 6 Monate alt. Auch unser Baby kam, schleckte und zog sich wieder in eine Ecke im Zwinger zurück. Wir schauten uns an und wussten, die ist es. Die Pflegerin kam und holte uns den kleinen schwarzen Racker heraus. Sie hatte ziemliche Angst. Da sich das Tierheim aber inzwischen ziemlich gefüllt hatte, die Vorsitzende mit dem Ausfüllen des Abgabevertrages für einen anderen Hund beschäftigt war und unsere Beauty bald durchdrehte, unser zukünftiges Baby total verängstigt war, legte ich Baby das mitgebrachte Geschirr um und bat den Pfleger darum, mit Baby und Beauty vor dem Tierheim zu warten. Also gingen wir vor die Tür. Da das Tierheim schön im Wald liegt, Beauty happy war und herumschnüffelte, setzte ich Baby ebenfalls auf den Waldboden, aber sie tat keinen Schritte. Nun wurden wir dann hereingerufen und es wurde alles klar gemacht. Wir konnten Baby mitnehmen. Während der ganzen langen Autofahrt, saß sie bei unserer Tochter auf dem Schoß. Beauty saß wieder bei mir, denn man musste ja mal vorsichtig sein. Baby schlief dann auch so ziemlich die ganze Fahrt bei Meike. Allerdings mussten wir öfter die Fenster öffnen, da Baby so penetrant stank, dass es fast nicht zum Aushalten war. Also wussten wir alle, die Badwanne war angesagt.

 

  Endlich zuhause! Baby ist bereit für die neue Welt!

Endlich, 15.00 Uhr waren wir wieder zuhause. Wir nahmen unser Baby auf den Arm und gingen gleich mal mit ihr in den Garten und setzten sie auf das Gras. Siehe da, sie sprang dort hin und her, als ob sie ein Känguru wäre. Beauty beobachtete sie skeptisch. Baby suchte sich eine Ecke auf dem Gras aus, wo sie alles beobachten konnte und fand es anscheinend super toll. 

 

  Das alles muss man lernen: In Ruhe fressen...

Mit dem Fressen klappte es auch gleich. Sie war richtig ausgehungert, allerdings konnten wir feststellen, dass sie anscheinend schlechte Erfahrungen mit der Fütterung gemacht hatte. Sie holte sich aus ihrem Napf etwas heraus, sprang zur Seite zum Fressen, wieder an den Napf, wieder weg, und so ging das die ganze Zeit. Heute noch, wenn Beauty hinter ihr steht, macht sie solche Spaziergänge während dem Essen. 

 

  ...die Welt zu Fuß erobern...

Ins Haus wollte Baby überhaupt nicht. Sie ging nicht durch die Tür. Also mussten wir sie die Treppe hochtragen. Das erste Bad hat sie dann einigermaßen gut überstanden und schlief auch ganz toll. Als sie abends neben Frauchens Bett in ihren Korb gelegt wurde, stand sie auch nicht mehr auf. Auch morgens musste sie aus dem Korb herausgenommen werden, da sie diesen alleine nicht verlassen wollte. Im Garten erfreute sie sich dann auch gleich wieder ihrer Freiheit. Es war köstlich, wie sie diese Wiese genoss. Beauty ließ ihr Zeit, da sie anscheinend selbst nicht so richtig verstand, was das jetzt wohl war.

 

  ...mit Artgenossen spielen...

Am Sonntag Nachmittag kam dann unser Freund Rex, ein Mischling von Spitz, Collie und sonstiges, von Bekannten. Er war ebenfalls etwas kritisch und nahm nicht allzu viel Notiz von Baby. Beauty und Rex tobten wie immer, was das Zeug hielt. Nachdem Baby den Beiden dann fast zwei Stunden zugeschaut hatte, traute sie sich an die Beiden heran und animierte sie zum Spiel. Es war einfach nur toll, wie sie sich einmischte. 

 

  ...Pipi machen...

Mit dem Pippi klappte das nicht immer. Baby machte einfach zu gerne in die Werkstatt meines Mannes. Es war wohl der Plattenboden, der ihrem Zwinger gleich kam. Mit der Leine ließen wir unserer Kleinen aber Zeit. Damit Beauty nicht gleich eifersüchtig werden sollte, beschlossen wir, die erste Woche sollte Baby einfach zuhause alles erkunden, in der Zeit, wenn Beauty ihren gewöhnlichen Spaziergang machte. Mein Mann zog in dieser Zeit Baby das Geschirr an und schleppte sie mit der Leine über das Gras.

 

  ...und spazieren gehen!

Nach einer Woche, Sonntags, sollte nun unser Baby ihren ersten Spaziergang mitmachen. Die 8 Meter Flexi-Leine reichte ihr und sie beschnüffelte jeden Grashalm und jedes Blümchen. Es war zu süß. Eigentlich mussten wir feststellen, Baby hätte Blümchen heißen müssen. 

 

  Baby mit den Sieben-Meilen-Stiefeln: Große Fortschritte!

Von diesem Zeitpunkt an ging alles super. Sie kam morgens wie Beauty, ließ sich das Geschirr anziehen und  auch zuhause merkte sie ganz schnell, wenn man kommt, gibt es Leckerlis. Als Baby dann zwei Wochen da war, und auch wirklich schön zuhause hörte, immer Beauty hinterher lief, machten wir den Test, Leine ab. Es klappte super und auch heute noch ist Baby immer die erste, die neben mir steht, wenn ich rufe oder pfeife. Das mit dem drinnen ihr Geschäft zu machen, ließ dann auch irgendwann nach ca. 6 Wochen nach. Sie bemerkte nämlich, dass Beauty die Hundeklappe benutzte, und man bei uns rein und raus in den Garten kann, wann immer es drückt. Die beiden gehen auch, wenn es nachts mal sein sollte, hinaus, und kommen dann ganz schnell wieder in ihr kuscheliges Körbchen.

 

  Eine tolle Familie!

Ja, so schnell kann es gehen, dass man auf den Hund kommt und wir haben bisher keine Minute bereut, dass wir uns zu diesem Schritt entschlossen haben. Ich könnte mir heute überhaupt nicht mehr vorstellen, wie es wäre, keinen Hund zu haben. Langweilig!!! Mit den Kindern und Hunden klappt es auch ganz gut, da Papa ja von Anfang an beschlossen hatte, Beauty ist sein Hund und Baby gehört jetzt mir (natürlich gehören sie der ganzen Familie) gibt es auch keine Probleme damit, dass die Kinder nur ab und an Gassi gehen, wenn sie Laune haben. Sie können gehen, wenn sie wollen, aber die Verantwortung für die Beiden liegt eben bei uns. Wir würden auch keinem empfehlen, einen Hund für ein Kind anzuschaffen. Ohne Mithilfe der Erwachsenen sind Kinder in jedem Fall überfordert. Es kann nicht funktionieren, dass die Kinder vor der Schule oder aber auch abends spät ihrer Verantwortung nachkommen und den Hund Gassi führen. Wenn sich darüber die Eltern im Klaren sind, muss auch kein Hund zurückgegeben werden, wenn die Kinder sich nicht darum kümmern. Kinder besitzen viele Interessen und können sie oft nicht alle unter einen Hut bringen. Dann bleibt etwas auf der Strecke und oftmals ist es eben das geliebte Tier.

 

© Angelika Linz 2001
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