GESTATTEN: BARNEY, SULEIKA & ANHANG

von Marion Kolde

Unser 3281906, jetzt genannt Barney, ist am 18.10.98 in den USA geboren. Anschließend wurde er an Bayer Leverkusen als Versuchskaninchen für Veterinärmedizin verkauft. 2 1/2 Jahre war er dort, bis er durch das Tierheim Wermelskirchen am 1. August 2001 zu uns kam. Wir das sind: Georg, Marion und Nils Kolde, außerdem haben wir Dolores und Krümel, zwei Unzertrennliche und Karlchen, Garfield, Paulinchen, Friedolin, Chris und Penny, Dschungarische Zwerghamster von Nils. Außerdem sind die Zwerghamster die "Babys" von Suleika. Sie geht sehr liebevoll mit ihnen um, und hat sogar schon versucht sie zu säugen!!!! (Wenn's man Katzenbabys säugen kann, warum dann nicht auch Hamsterbabys?)

 

BARNEY UND DIE FLEISCHWURST - EIN LABORBEAGLE EROBERT DIE WELT

Barneys Frauchen berichtet:

  08. August 2001: Endlich ist er da!

Endlich ist unser Barney da! Wir schwankten zwischen Laborbeagle und Welpen. Unsere Suleika sollte nicht als Einzelhund aufwachsen. Und seit Mittwoch haben wir nun unseren Barney aus dem Tierheim Wermelskirchen. Es ist einfach toll. Er ist so ein liebes Kerlchen, man muss ihn einfach gern haben. 2 1/2 Jahre ist er alt, ist in den USA geboren und dann an's Labor verkauft worden. Er ist ein "Marshall-Beagle", also eine ziemlich kleine Art von Beagle. Und die beiden verstehen sich super. Sie stupst ihn immer, doch mit ihr zu spielen. Er ist wahrscheinlich froh, erst mal all seine Pfoten in die richtige Richtung zu bekommen. An seine Leine und an sein Geschirr und Halsband hat er sich relativ schnell gewöhnt. Auch, dass man lieber draußen püschert hat er sich gleich am zweiten Tag von Suleika abgeschaut. Jetzt kennt er schon "seine" Pinkel-Laternen und -Bäume. Mensch bin ich froh, daß das so gut klappt. (Toi, toi, toi)

In dem Labor scheint er irgend etwas Gelbes gehabt zu haben. Er reagiert auf den gelben Ball von meinem Sohn mit einem Schwanzwedeln. Und er hat schon prima Löcher in unseren Garten gebuddelt und sich dann rein gelegt. Er scheint im Labor so ein rosafarbenes Einstreu gehabt zu haben, in dem er gebuddelt hat. All seine Pfötchen und Knöchelchen waren ziemlich rosa. Irgendwie mag man sich das gar nicht vorstellen, dass es tatsächlich Hunde gibt, die noch nicht einmal in ihrem Leben Gassi gegangen sind.....Immer nur im Käfig. Futter, Wasser, seine Geschäfte machen, wo man gerade steht und liegt. Da stellen sich doch wirklich alle Nackenhaare auf.

Inzwischen hat er "seinen" Garten gründlich abgeschnuffelt, und jedes Blatt und jede Blüte einzelnd begrüßt, und Suleika hilft ihm dabei, endlich Hund sein zu dürfen. Wir hoffen, mit viel Liebe und Zeit für ihn wird aus ihm auch noch ein fröhlicher Familienbeagle mit viel Quatsch im Kopf.

Übrigens: Kennt Ihr einen Beagle, dem ein Stück Fleischwurst als Leckerlie völlig egal ist? Barney rührt sie nicht an. Und "Suse" steht daneben und ihr läuft der Sabber aus der Schnute...

 

  09. August 2001: Er lebt sich ein - aber was ist "Fleischwurst"?

Unser "Klein-Barney" wird jeden Tag ein wenig offener und fröhlicher, und es ist ein großes Glück, ihn hier zu haben. Er gibt es einem wirklich hundertfach zurück. Anfangs wollte er doch absolut in oder auf nichts Weichem sitzen oder liegen. Da meint man es gut - aber er konnte damit nichts anfangen. Er zog die harten Fliesen oder eine schrubbelige Türmatte vor. Dass Suleika nicht den Kopf geschüttelt hat, war echt alles. Ihr müsst wissen, "Schnubbelsuse" hat lieber 3 Decken und Kissen unter ihrem Po als eine zu wenig. Hauptsache gemütlich und kuschelig und mitten im Familien-Rudel. Komisch eigentlich, dass noch kein Hundekörbchen mit integriertem Kühlschrank (für Fleischwurst, Markknochen ..) erfunden wurde. Das wäre noch was für sie... (Oder auch nicht. Der wäre ständig leer!) 

Zurück zu Barney: Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass wir es doch tatsächlich schon geschafft haben sollen, ihn stubenrein zu bekommen. Nicht, dass ich danach verlange, dass mir einer der Herrschaften in die Wohnung pieselt. Suleika, und das ist kein Witz, geht ins Badezimmer, zieht sich ein Handtuch vom Handtuchständer und hält doch tatsächlich ihren Hintern drauf, sollte sie nachts mal überraschend pinkeln müssen. Sie weiß genau, dass ich es gar nicht mag, wenn sie in die Wohnung strullert. Sie tut es ja auch schon lange nicht mehr. Und wenn die Blase doch mal zwackt, her mit dem Handtuch. Irre, nicht? Sie könnte ja auch Bescheid sagen, doch nachts ist sie dafür viel zu gemütlich. Ihr warmes Körbchen mitten in der Nacht auskühlen lassen für einen Gang in die kalte Nachtluft??? Nee. Wofür hat Mensch schließlich ein Badezimmer. Sie scheint Barney gleich darüber aufgeklärt zu haben, wie das bei uns läuft. Dass draußen für ihn jede Menge Büsche, Zäune und Laternen stehen... Prima, diese Hundehilfe. 

Mittlerweile haben wir uns ein wenig mehr über die "Marshall-Beagles" informiert: Ich habe es für eine andere Zuchtrichtung gehalten, da der ganze Körperbau von Barney, vor allem das kleine, feine Gesichtchen, der "Ohrenzuschnitt", das Fell (eher leichte Dauerwelle ;-), und auch der starke "Irokesen-Schwanz" so "anders" aussahen. Auch die typische "Beagle-Knautschschnute" hat Barney nicht. Dafür kann er einen biestigen Gesichtsausdruck machen - haben wir schon geschmunzelt über ihn...Da steht nun ein Beagle vor einem, mit einem empörten Gesichtsausdruck, der mit einem Stück Fleischwurst "kämpft", weil er nicht weiß, was er damit soll. Er versucht es zu lutschen, 3 x ausspucken inbegriffen, traut sich aber nicht es zu kauen! Und Suse steht daneben und kann ihr Glück kaum fassen, weil ihm immer wieder die Fleischwurst wegfällt....Aber sie geht nicht ran. Sie lässt sie ihm, schaut mich aber fragend an: "Kriegt er's heute noch geregelt oder lässt man endlich mal einen Fleischwurstprofi ran?" Sie sind schon ein tolles Gespann, die beiden, und ich bin froh, dass wir uns so entschieden haben.

 

  10. August 2001: Das Geheimnis der Fleischwurst ist gelüftet - oder doch nicht?

Es gibt Neues von Barneys Fleischwurstkampf zu erzählen: Er weiß jetzt, was man damit macht! Man w ä l z t sich darin!!! Erst das eine Ohr, dann das andere Ohr, und dann ist der Rücken dran. Anschließend duftet man ganz herrlich nach Fleischwurst und wird dann von Beaglefreundin Suleika bis aufs letzte Härchen abgeschleckt. MMMhhhhh....... So ist das Leben schön...

 

  14. August 2001: Er bellt!

Nach 14 Tagen, am 14.08.01, um 22:53 Uhr, konnte Barney plötzlich bellen - wir standen alle steil im Bett und haben anschließend mit ihm "gefeiert".

 

  15. August 2001: Er spielt!

Ist es nicht toll? Unser Barney spielt! Er hat einen kleinen gelben Tennisball für sich entdeckt... 

 

  29. August 2001: Fleischwurst kann man essen?!

Barney hatte inzwischen das Aha-Erlebnis: Fleischwurst muss man kauen, trau mich nicht, tu es mal trotzdem, .....mh.....mmmmeeeeehhhrrrr!

 

  30. August 2001: Die nächste Herausforderung wartet - Treppen!

Barney steht unten vor der Treppe und kommt nicht rauf. Das passt ihm gar nicht. Die Treppe ist gefliest und wohl etwas rutschig für ihn. Irgendwie hat er keine "Spikes" an seinen Pfötchen und überall auf der Treppe ist "Aquaplaning" angesagt. Armer Barney! Also bellt er, und wartet, bis der "Liftboy" kommt - ich. Wie bringe ich ihm das Treppensteigen bei? Es macht ihn schier verrückt, das die moppelige Suleika federleicht die Treppen rauf kommt und er da unten stehen muss. Kein Zureden und bislang kein Leckerlie bringt ihn da rauf. Irgendwann wird er's schon schaffen... oder weiterhin 3 mal bellen und der "Liftboy" kommt.

 

  26. September 2001: Treppauf, treppab - und die Fleischwurst schmeckt!

Die Fleischwurst frisst Barney inzwischen mit großer Leidenschaft selbst. Anfangs noch mit "spitzen Zähnen" ( igitt, das Zeug muss man kauen!) doch inzwischen hat er von Suleika Nachhilfestunden bekommen: Friss die Fleischwurst, bevor es ein anderer Beagle tut! Jetzt haben wir Fleischwurst-Wettrennen --- WENN es denn mal welche gibt. Nicht, dass wir unsere Schnubbel ausschließlich mit diesem Zeugs füttern. 

Treppensteigen kann er inzwischen auch. Jede einzelne selbst erklommene Stufe war erst Schwerstarbeit und anschließend ein Fest für ihn. Hat er's geschafft, "hoppelt" er dann immer wie ein Kaninchen und flitzt wie verrückt durch's Haus. Aber den Ausschlag gaben, glaube ich, die Geflügel-Sticks, die's immer in der oberen Etage gab... und Suleika, die schon davor stand... Ist eben doch ein echter Beagle. Seine Gefräßigkeit und unser gutes Zureden haben die Angst besiegt. Oder war's doch eher Suses Hunger auf die Stäbchen??? Jetzt üben wir "Sitz" und Zurückhaltung bei Spaziergängen gegenüber größeren Hunden. 

© Marion Kolde 2001
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