Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein paar Hintergrundinformationen über uns Laborhunde geben - damit Sie wissen, mit wem Sie es auf diesen Seiten überhaupt zu tun haben.

 

  Was sind "Laborhunde"?

Wir Laborhunde sind ehemalige Versuchstiere, die das Glück hatten, ein neues Leben beginnen zu dürfen, nachdem wir im Dienste der Medizin stehen mussten. Glücklicherweise gibt es mittlerweile Labors und Pharmafirmen, die uns an Tierschutzorganisationen weiter geben, wenn wir für Forschungszwecke nicht mehr benötigt werden. Von dort aus werden wir dann in unsere künftigen Familien vermittelt.

 

  Warum sind die meisten Laborhunde Beagles?

Diese Seite heißt nicht nur "Laborbeagle", weil ich einer bin. Es ist vielmehr so, dass die meisten Laborhunde Beagles oder Beaglemischlinge sind. Leider werden uns Beagles unsere rassetypischen guten Eigenschaften zum Verhängnis: Weil wir so duldsam und robust sind und als ursprüngliche Meutehunde vor allem so verträglich gegenüber Artgenossen sind, verwendet man uns besonders gerne....

 

  Was hat man mit uns gemacht?

Viele von uns wurden in Untersuchungen zur Erforschung und Entwicklung von Tierarzneimitteln gegen parasitäre Erkrankungen eingesetzt. Andere standen gar im Dienste der Humanmedizin - teilweise sogar in der Krebsforschung. Einige von uns haben auch Glück gehabt und dienten lediglich als Vergleichstiere gegenüber gleichaltrigen Mitbeagles, die in Versuchsreihen eingesetzt wurden.

 

  Wie alt sind wir, wenn wir rauskommen?

In welchem Alter man uns gehen lässt, hängt ganz von unserem ursprünglichen Einsatz im Labor ab. Einige von uns sind noch ganz jung - noch Welpen. Andere haben gar schon 12 Jahre der Forschung dienen müssen. Viele von uns sind zwischen 2 und 7 Jahren alt, wenn sie - im wahrsten Sinne des Wortes - das "Licht der Welt" zum ersten Mal erblicken.

 

  Unterstützt, wer uns adoptiert, nicht die Tierversuche? Natürlich nicht!!!

So manch einer mag sich fragen "Alles schön und gut - aber was passiert, wenn Tiere frei gegeben werden? Machen sie nicht direkt Platz für den Nachschub? " Na, überlegen Sie mal, wie die Alternative aussähe: Man würde uns einschläfern, wenn man uns nicht mehr benötigt, wenn wir nach Abschluss unserer Versuche schließlich  quasi "verbraucht“ sind. Hier geht es vielmehr darum, Tieren, die im Dienste der Medizin gestanden haben, ein gutes Weiterleben zu ermöglichen! Würden die Tierschutzorganisationen nicht den Dialog zu den Pharmafirmen suchen, würden wir wohl kaum jemals dort lebend rauskommen. Wir Laborhunde wünschen uns, dass flächendeckend immer mehr Tierschutzorganisationen Kontakt zu Pharmafirmen und Labors aufnehmen, um uns zu retten.

 

  Gibt’s Neben- und Nachwirkungen?

Die Erfahrungen aus mittlerweile über zehnjähriger Vermittlungspraxis haben gezeigt, dass wir uns in aller Regel prächtig entwickeln. Nicht zuletzt verwendet man uns im Labor, weil wir so robust sind...  Der Austausch mit einigen Kollegen und ihren neuen Familien hat gezeigt, dass wir vor allem in den ersten Monaten nach unserer Entlassung durchaus ein wenig empfindlicher hinsichtlich kleiner Zipperlein sind: Weil wir es ja gewohnt sind, bei konstanter Raumtemperatur in unseren Zwingeranlagen zu leben, sind zum Beispiel unsere Augen zunächst häufig ein wenig zugempfindlich, unsere Blase sollte nicht auskühlen, und außerdem frieren einige von uns bei niedrigeren Temperaturen draußen schnell. Aber wie gesagt, das geht vorbei. Ich bin mittlerweile so fit und vergnügt, dass ich meine Tierärztin meistens nur einmal im Jahr zur Impfung sehe.

 

  Was erwartet Sie bei unserer Adoption?

Können Sie sich das vorstellen, wie es ist, in der Abgeschlossenheit des Labors aufgewachsen zu sein?  Wir haben noch nie die Sonne gesehen, kennen keine Wiesen, keine Autos, können nicht Treppensteigen, haben häufig noch nie Hunde gesehen, die anders aussehen als Beagles, sind nicht stubenrein, kurz: wir kennen und können am Anfang noch nichts. Wir hatten ja nie die Chance, das alles kennen zu lernen. Sie müssen uns helfen, uns in der "neuen Welt" zurecht zu finden - denn natürlich wollen wir alles nachholen!

 

  Keine Angst – wir sind enorm lernfähig!

Eigentlich ist es erstaunlich: Da haben wir jahrelang hinter Gittern gesessen und schaffen es doch vergleichsweise schnell, uns in ein normales Hundeleben einzufinden und mit alltäglichen Situationen umzugehen.  Mit Ihrer Unterstützung entwickeln sich die meisten von uns zu ganz normalen, fröhlichen Hunden. Klar kann es sein, dass manche von uns ängstlicher bleiben als andere – schließlich ist jeder Hund anders. Aber sehen Sie doch mal bei den Gewinnern nach, was aus uns Laborhunden geworden ist. Ich finde, wir können durchaus mit "ganz normalen" Hunden mithalten. Und Sie sollten immer bedenken: Wenn Sie einen Welpen vom Züchter übernehmen, macht der mindestens  genau so viel Arbeit, bis er all die Dinge gelernt hat, die für ein harmonisches Zusammenleben mit Ihnen nötig sind. Hundehaltung ist nunmal immer eine verantwortungsvolle Aufgabe, die viel Geduld und Einfühlungsvermögen bedarf - ob Laborhund oder Normalvertreter.

 

© Christina Sondermann 2001-2003
Kontakt: christina@laborbeagle.de